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Ich halte mich für einen Menschen, der kommunikativ auf der Höhe der Zeit ist.
Ich habe am Internet mitgebaut und mein Name stand auf einer Draft rfc (die es dann doch nicht geschafft hat)
Ich habe schon 1996 Daten über ein Mobilfunknetz übertragen und nutze das mobile Internet seit 2005.

Als Teenager aber, vor etwa 30 Jahren, war mir all das nicht möglich, damals gab es ein Telefon im Haus und ein Ortsgespräch kostete 30 Pfennig für fünf Minuten, wenn ich mich recht entsinne. Am Sonntag hat man sich um das Telefon versammelt und die Großeltern angerufen, die 50km weit weg lebten.
Wenn man Freunde besuchen wollte, dann ging man, wenn sie im Dorf lebten, einfach hin und klingelte, wenn sie in einer anderen Stadt lebten und zu Besuch kamen, dann war man während der Zeit, als sie in Bus oder Zug saßen hibbelig und voller Vorfreude.

Das Kommunikationsverhalten eines heutigen Teenagers ist dagegen so grundlegend anders, Die Freundin sitzt im Zug, auf dem Weg hierher, also muß sie auf dem Handy angerufen werden und es wird ausgiebig darüber geplappert, was man denn alles tun wird, wenn sie dann, in 25 Minuten, hier sein wird.
Abends am PC wird gleichzeitig über Facebook und SchülerVZ kommuniziert und ein „Backchannel“ per Skype steht für private Kommunikation offen, oft genug kommt auch dann noch das Telefon dazu.

In diesen 30 Jahren hat sich die Zahl der gleichzeitig verfügbaren Kommunikationskanäle glatt verzehnfacht, und moderne Teenager nutzen sie auch.

Ich frage mich, mit wieviel Staunen sie dereinst auf das Kommunikationsverhalten ihrer eigenen Kinder schauen werden.

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Apple und Birnen?

weil ich gerade so darüber nachdachte:
Warum hat Apple unter all den Großkonzernen der Welt einen Freifahrtschein für all das, wofür andre, zurecht, geprügelt werden?

Apple lässt bei Foxconn in Shenzen produzieren, 2006 wurde bekannt, daß die Bedingungen dort menschenunwürdig sind. Apple beklagte die Situation beim Zulieferer, beließ die Produktion aber vollumfänglich dort und wies auf die Regeln für die Zulieferer hin. Der ließ angeblich sogleich Fangnetze zwischen den Gebäuden aufspannen, damit es nicht zu neuen Selbstmorden auf dem Werksgelände kommt. Problem gelöst? (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,794826,00.html)

Apple lässt auch bei Samsung in Korea produzieren. 2011 entbrennt ein wüster, weltweiter Patentkrieg zwischen den beiden Unternehmen, in dessen Zentrum vor allem sog. Designpatente, in Deutschland Geschmacksmuster, von Apple stehen. Kurz: Apple befürchtet, daß Konsumenten die Produkte von Samsung nicht mehr von den eigenen unterscheiden könnten. Eine direkte Kausalität wurde nie ausgesprochen, doch wie es aussieht, wird Apple die Produktion der nächsten CPU Generation von Samsung weg hin zum taiwanesischen Unternehmen TSMC verschieben (http://www.golem.de/1107/84990.html)

Es scheint, als sei die „Marke“ dem Unternehmen weit wertvoller als das „Gewissen“.

Gestern zitierte +Herr Breitenbach hierzu Bert Brecht, der sagte „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (https://plus.google.com/101509481216311946430/posts/956J2VFVTVH)
Das gilt vermutlich so für Steve Jobs. Tim Cook aber ist der Architekt der Apple Supply Chain. Er dürfte sie kennen wie kein anderer, er war der Herr über die Einkaufspreise und – bedingungen. Wenn Jobs ein Täter war, weil er wusste und schwieg, so ist Cook ein Täter, weil er handelte.

Aber wir regen uns nicht auf. Bestenfalls weisen wir darauf hin, daß andere es ebenso tun. Dem ist vielleicht entgegenzusetzen, daß andere Hersteller nicht den gleichen polierten Markennimbus der Perfektion pflegen. Je heller mein Mantel leuchtet, desto mehr stört der schmierige Fleck.

Zeitgleich verbeißen sich die Anwälte des Kultunternehmens in ein kleines Café in Köln, wieder wegen einer Geschmacksmustersache. Man befürchtet, die Wort-Bild-Marke des Café „Apfelkind“ würde seinerseits die Marke des Apfels verwässern. Was lese ich im Netz? Friedensaufrufe! (https://plus.google.com/111871004034101153316/posts/j3bQzR6Ce2M)

Lest nochmal was oben über Foxconn, Samsung und TSMC steht. Ein Unternehmen wie Apple ist an Frieden nur dann interessiert, wenn dieser Profit verspricht.

Warum lese ich keinen Aufruf, einfach mal dafür zu sorgen, daß alle Apple Stores in Deutschland einen Tag lang leer bleiben?

Unmöglich? Ich denke nicht! Die Web2.0 Horde, die wir hier auf g+ und Twitter treffen dürfte alleine schon 30% der Besucher ausmachen. Den Rest könnte man gezielt informieren.

Einen Tag ohne einen einzigen Kunden im Apple Store, das wäre eine Schlagzeile für die Tagesschau und für Apple ein Grund, darüber nachzudenken, wie ähnlich sich das Logo vom Apfelkind und das eigene wirklich sind.

Aber nein. Es scheint, daß Apple in der Geek Community einen Status der Unfehlbarkeit hat. Es gibt vermutlich mehr Katholiken, die den Papst kritisieren als Apple Fans, die sich öffentlich gegen das Verhalten des Unternehmens stellen. Traurig, denn Unternehmen lernen ausschließlich durch Konsumentzug.

Herbst

Herbst
Still und heimlich kam er daher, mitten im Sommer.
Der Herbst.
Am Anfang schlich er geduckt, dicht am Boden über das Land, schickte seine Nebelzungen in Täler und Flussauen.
In der Nacht sucht er Schutz und Kraft.
Am Morgen kannst Du ihn noch sehen, in tausenden Tröpfchen, die mit der Sonne um die Wette funkeln.
Doch wie die Nächte länger werden wird er stärker.
Er erhebt sich, steht auf, erreicht die Bäume.
Ihre bunten Blätter leuchten bald in allen Farben.

Und wenn er steht greift am Boden schon der Winter mit seinem Frost nach ihm,
lässt die Tröpfchen erstarren, die Blätter fallen.

Schatten

Yuri Bonder - Expectation

Die erste Website, auf der ich ernsthaft mit Fotografie in Kontakt gekommen bin war Phillip Greenspuns photo.net, vermutlich eine der ältesten Seiten dieser Art und bis heute ein Geheimtip für die, die dem Massengeschmack bei Flickr, Fotocommunity und, schlimmer noch, Facebook entgehen wollen. Weiterlesen »

Rück-Tritt

Sehr geehrter Herr zu Guttenberg,

ich zähle nicht zu den Menschen, die sich der Fäkalsprache bedienen, allerdings musste ich doch sehr an mich halten, als ich Ihre Rücktrittsrede las.

Es ist Ihnen gelungen, auf der Skala meiner Verachtung eine neue Sprosse zu definieren. Weiterlesen »

Genaugenommen ist die Causa Dr Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg es nicht wert, nur noch eine einzige Textzeile darauf zu verschwenden. Die Entscheidung ist klar: politisch ist er für die Kanzlerin und den Rest der Regierung so wichtig, daß man unter allen Umständen an ihm festhalten will. Die Sünden seiner Vergangenheit treten da hinter die Realitäten des politischen Berlin zurück. Weiterlesen »

I have promised my company’s photo club to teach an introduction to Adobe Photoshop Lightroom. When we first touched on the product, one of the most interesting functions for them was the image database and, especially the keywording feature.

Back in the days when we all shot slides or negative film, keywords were things that you wrote on paper lables and put them on the fronts or tops of the slidde magazines. They would say „Crete, 1988“ or so. Nowadays, as Images are somewhere out there on the internet and the primary mode of finding them is still searching for associated text (i.E. keywords) they have become so much more important and also so much more descriptive. We assign keywords by location, by content, by color, by camera and lens used and other factors. Actually, when you’re trying to sell your images on micro stock agencies, anyone will tell you that your success lies in how well your images can be found, that is, in how well you describe the image by keywords. Weiterlesen »